Radialsystem "In Vain" Ensemble KNM

14/08/2019 um 20:00
Radialsystem Berlin

2017 kürte das Magazin „Classic Voice“ „in vain“ von Georg Friedrich Haas zur beeindruckendsten Komposition des bisherigen 21. Jahrhunderts: Das Stück bezieht sich auf die Grafiken von Maurits C. Escher und deren Darstellung perspektivischer Unmöglichkeiten, optischer Täuschungen und multistabiler Wahrnehmungsphänomene. In seiner Lithografie „Relativity“ verbindet Escher das obere und untere Ende einer Treppe und führt so einen Mikrokosmos der Ziellosigkeit vor. In Haas’ „in vain“ finden sich solch trügerischen Spiralen in mehrfacher Hinsicht. Bis hinein in kaum wahrnehmbare Details sind weite Teile des Stücks durch miteinander verwobene, unendlich absteigende Tonhöhenfolgen geprägt. Auch die Lichtintensität im Konzertsaal ist in der Partitur vorgeschrieben und reicht von Podiums- und Pultbeleuchtung bis hin zu völliger Dunkelheit. Wenn wenige Minuten nach Beginn von „in vain“ das Licht allmählich verschwindet, kommen die raschen, ineinander verwobenen Abwärtslinien des Anfangs zum Erliegen und es bleiben leise, liegende Töne übrig. Für die Klangrezeption sind Melodien, wohltemperierte Tonhöhen und metrische Strukturen etwa das, was beim Treppensteigen Geländer und die gewohnte Stufenhöhe sind: Schon subtile Abweichungen sorgen für Irritation. Georg Friedrich Haas’ Komposition lässt unter der musikalischen Leitung von Stephan Winkler das Zuhören stolpern und Differenzen zwischen Gewohntem und Möglichem erlebbar werden.

Dirigent: Stephan Winkler

mit: Ensemble KNM Berlin & Gästen

Flöte: Rebecca Lenton und Sascha Friedl

Oboe: Antje Thierbach

Klarinette und Bassklarinette: Horia Dumitrache und Laurent Bruttin

Saxofon: Theo Nabicht

Fagott: Hanno Koloska

Horn: Johanna Müller und Gala Grauel

Posaune: Jon Roskilly und Johannes Lauer

Schlagzeug: Alexandre Babel und Michael Weilacher

Klavier: Nadezka Tseluykina

Akkordeon: Christine Paté

Harfe: Nathalie Amstutz

Violine: Lisa Werhahn, Theodor Flindell und Clemens Linder

Viola: Kristin Maria Pientka und Miriam Askin-Götting

Violoncello: Cosima Gerhardt und Jessica Kuhn

Kontrabass: Jonathan Heilbron